M6: 1.Hausaufgabe; Kommentar zum Artikel von Peter Haber: „Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter. Eine Zwischenbilanz.“(1)

Der Schweizer Historiker Peter Haber versucht in diesem Artikel die Entwicklung der Nutzung von digitalen Medien in der Geschichtswissenschaft nachzuzeichnen und zu interpretieren. Er beginnt mit den dunklen Anfängen dieser Nutzung als Computer noch nicht mit PC gleichgesetzt wurde sondern eher ganze Hallen füllten. Computer wurden damals wenn, nur zur Errechnung von Statistiken herangezogen wurden. Die alltägliche Nutzung von Computern durch Historiker wurde erst durch den PC und das Internet, in den 80er bzw. 90er Jahren, möglich. Erwähnenswert finde ich hierbei, dass das Internet von einem CERN-Wissenschaftler eben vor allem dazu entwickelt wurde um Forschungsergebnisse schnell austauschen zu können. Schon bei dieser frühen Nutzung, laut Haber drei Neuerungen auffallend die er bis heute als Herausforderung eben auch der Geschichtswissenschaft im Zusammenhang mit den neuen Medien versteht: Multimedialität, Hypertextualität und die kollaborative Arbeitsweise.

Er beschreibt nun die bisherige Entwicklung von Online-Geschichtsportalen die seiner Meinung nach offensichtlich noch lange nicht abgeschlossen ist und daher eben ein „Zwischenbericht“ ist. Die Reaktionen von Historikern auf die sich eröffnenden Möglichkeiten reichten, wie er meint von grundsätzlicher Ablehnung bis zu großer Euphorie. In jedem Fall hätte es aber lange Zeit am Willen der meisten gemangelt sich tatsächlich intensiv mit der Materie zu beschäftigen.

Er zeigt des weiteren die Entwicklung des Gebrauchs von Online Netzwerken in der Geschichtswissenschaft auf. Dies reicht von den ersten Gehversuchen die mit HistoryGuide gemacht wurden bis zu den heutigen Netzwerken wie H-net, H-soz-u-kult oder Clio-online. Er betont dabei den Unterschied der zwischen Plattformen dieser Art und Suchmaschinen wie Google. Das es sich bei Suchmaschinen um kein strukturiertes Wissen handelt, dass irgendeiner diskursiven Ordnung folgt. „(…) Quellenkritik – müssen bei Arbeit im Netz neu eingeübt werden. Nur scheint noch nicht ganz klar zu sein nach welchen Regeln dies geschehen könnte.“(2)
Das Internet bietet natürlich auch die Möglichkeiten als Kommunikationsmedium. Hier stellt er insbesondere H-soz-u-Kult vor, das er als das „vermutlich wirkmächtigstes Projekt im deutschsprachigen Raum bezeichnet. Dieses Portal das aus als Teil des amerikanischen entstand aus H-net, das einen kostenlosen E-mail Dienst zu bestimmten historischen Fachdisziplinen anbietet. H-soz-u-Kult ist heute vor allem aufgrund der großen Zahl an erster dort publizierten Fachzeitrezensionen bekannt, für die eine 30-Köpfige Redaktion zuständig ist.
Der Autor stellt hier die Frage wie Online-Publikationsmedien die Geschichtswissenschaft an sich verändern. Beispielsweise stellen die sofort abrufbaren Rezensionen im Gegensatz zu den nur mehrmals im Jahr erscheinenden Rezensionen in den klassischen Fachzeitschriften eine massive Beschleunigung dar. Eine weitere Veränderung ist im disziplineigenen Machtgefüge erkennbar, da die fachinterne Kommunikation wesentlich erleichtert wird.

In einem weiteren Kapitel geht er auf die Möglichkeiten ein die sich der Geschichtswissenschaft durch die potentielle Multimedialität der neuen Medien eröffnen. Es eröffnet die Möglichkeit auch Ton- und Bildquellen unkompliziert zu integrieren. Fragen die sich in diesem Zusammenhang ergeben wären beispielsweise wie Audio- oder Videoquellen zu zitieren sind.
Peter Haber kommt am Ende des Textes zu dem Resümee, dass trotz der Skepsis einiger Wissenschaftler gegenüber den neuen Medien bereits enorme strukturellen Veränderungen geschehen sind die nicht mehr Rückgängig zu machen sind, jedoch positiv genutzt und beeinflusst werden können.

(1)Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 56 (2006), 2, S. 168-183.
Online zu finden unter http://www.hist.net/datenarchiv/haber/texte/106835.pdf (24.10.2008)
(2)Ebenda, S.175

M4/M6

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