Sonntag, 2. Dezember 2007

Aufgabe 5: Setzen Sie sich mit dem virtuellen Lernobjekt “pastperfect” anhand folgender Leitfragen auseinander (siehe: http://www.univie.ac.at/geschichte-M4/wordpress/ )

Es handelt sich bei www.pastperfect.at um ein Webprojekt das durch die Zusammenarbeit verschiedener WissenschaftlerInnen, MediendesignerInnen und ProgrammiererInnen sowie in Kooperation mit dem Institut f. Geschichte der Universität Wien und Van Gogh TV entstand. Das Ziel der Projektinitiatoren war es eine hypertextuell aufgebaute Lernumgebung über den Zeitraum 1492-1553, durch die man, anhand der eigenen Interessen, manövrieren kann, zu schaffen. Dabei will www.pastperfect.at nicht eine Geschichte erzählen sondern ganz im Gegenteil versuchen die Vielfältigkeit der Ereignisse des behandelten Zeitraumes und deren Interpretationsmöglichkeiten begreifbar zu machen. Auf verschiedene Arten wird eine Bewegung durch ein Netzwerk aus über 700 kurzen, speziell für www.pastperfect.at verfassten Artikeln und Essays ermöglicht. Ein Ziel ist es den Blick auf Themen aus verschiedenen Perspektiven zu eröffnen.

Der Einstieg in www.pastperfect.at ist grundsätzlich auf drei verschieden Arten möglich:
1) Ereignisse: Etwa 400 der Artikel sind zu so genannten „Ereignissen“ verfasst. Unter Ereignissen werden sowohl historisch relevante Ereignisse, als auch Geschichten verstanden anhand derer Zusammenhänge und Entwicklungen aufgezeigt werden sollen. Die Navigation ist hier sowohl auf zeitlicher als auch auf thematischer Ebene möglich.

2) Kontexte: Wer weiteres Hintergrundwissen benötigt, kann dieses entweder im Glossar (Definitionen und Erklärungen allgemeiner Begriffe) und in Biografien suchen oder er begibt sich auf die Ebene der Kontexte. Dieser Bereich gibt Überblicksdarstellungen zu den Themenschwerpunkten, wodurch das Handeln einzelner deren Handlungsspielraum und eventuelle andere Handlungsmöglichkeiten besser verstanden werden sollen.

3) Rezeption: Das Ziel dieser Ebene von www.pastperfect.at ist es verschiedener historischer Ereignisse und vermeintliche „Fakten“ anhand von deren Rezeptionsgeschichte die bis zur Gegenwart reicht, aufzuzeigen, um so die vielen möglichen Interpretationen dieser Ereignisse, und deren Konstruiertheit im kulturellen Kontext, besser verständlich zu machen.


Diese drei Zugangsformen sind hypertextuell verlinkt und bilden so einen geschlossenen Wissensraum. Es werden beispielsweise zu jedem Stichwort, das in einem Essay aus dem Bereich Rezeption vorkommt, und zu dem ein Artikel bei den Ereignissen oder den Kontexten existiert, angezeigt.
Die verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten durch den Hypertext würde ich so zusammenfassen: Einerseits kann man von einer der drei Ebenen ausgehen und dazu immer die für einen relevanten Artikel der anderen Ebenen zu Rate ziehen. Dies würde bedeuten dass man immer wieder, z.B. zu den Kontexten zurückkehrt und nur Gelegentlich einen Artikel, ebenfalls im Bezug auf den Kontext mit dem man sich gerade beschäftigt, liest. Eine andere Art der Herangehensweise an www.pastperfect.at wäre aus zeitlicher oder thematischer Sicht. Hier würde man also immer wieder zu dem einen Thema oder dem einen Zeitraum zurückkehren mit dem man sich beschäftigt. Natürlich hat man auch die Möglichkeit sich ganz frei zu bewegen und rein dem Interesse zu folgen.

www.pastperfect.at begreift sich nicht nur als Lernobjekt sondern auch als Experiment, indem versucht wird medientheoretisches und didaktisches Wissen, im Bezug auf die „neuen“ Medien, umzusetzen. Aus diesem Grund gibt es die Reflexionen. Dabei handelt es sich um einen zweiten kleineren Hypertext in dem www.pastperfect.at selbst, sowie Medienphilosophien und -theorien und deren mögliche praktische Anwendungen etc. diskutiert werden. Darunter befindet sich auch ein Link zu einem Feedback-Fragebogen, der Kritik an www.pastperfect.at ermöglicht.

Inwiefern entspricht www.pastperfect.at nun wissenschaftlichen Maßstäben? Ich glaube an der wissenschaftlichen Herangehensweise an das Projekt kann man, nachdem man sich die Reflexionen und die Projektbeschreibung angesehen hat, kaum mehr zweifeln. Es wurde meiner Meinung nach sehr reflektiert und bewusst mit den neuen Medien und deren Möglichkeiten umgegangen. Ein weiteres Zeichen für die Wissenschaftlichkeit ist das klar ist wer die Texte verfasst hat sowie welche Literatur zu den Themen verwendet wurde. Eine andere Frage ist jedoch inwiefern www.pastperfect.at als Medium für die Wissenschaft selbst, außer als Forschungsobjekt, zu gebrauchen ist. Ich würde eher meinen, dass es sich als dafür ungeeignet darstellt.

Das didaktische Konzept das bei www.pastperfect.at verfolgt wurde beruht auf der Idee eine möglichst angenehme Lernumgebung zu schaffen. Dies soll einerseits durch ansprechende Grafische Umsetzung erreicht werden. Weiters soll die Seite mit immer neuen interessanten Artikeln locken, einen so immer weiter führen, und schnell eine Vertiefung in die Materie ermöglichen. Ein weiteres Element das das Interesse wecken soll sind die angebotenen Bilder und Quellen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist dass die Texte bewusst so geschrieben sind dass sie einen zum Weiterlesen anregen sollen um so eine Vertiefung in ein Thema zu ermöglichen.
www.pastperfect.at ist meiner Ansicht nach ein ambitioniertes und zukunftsträchtiges Projekt.
Es werden in einer ästhetisch anspruchsvollen Umsetzung wissenschaftliche Inhalte mediengerecht und nach didaktischen Konzepten aufgearbeitet und auch noch reflektiert. Was wünscht man sich mehr? Meine Kritik daran ist einerseits dass ich mir beim Eistieg ein wenig schwer getan habe. Da es sich um eine doch recht Ungewohnte Art des Lesens handelt hat es doch ein bisschen gedauert bis ich tatsächlich einen Überblick beispielsweise über die Bewegungsmöglichkeiten hatte. Um mögliche BenutzerInnen nicht abzuschrecken und um die tatsächlichen Möglichkeiten ausschöpfen zu können wäre eventuell ein kurzes Tutorial praktisch. Weiters finde ich dass man durchaus auch externe Links einbauen hätte können. (Dies ist unter anderem ein Punkt warum ich www.pastperfect.at für einen wissenschaftlichen Umgang eher nicht brauchbar finde.) Wenn man sich mit einem Thema wirklich intensiver auseinandersetzen will wäre es sehr praktisch direkt dazu eine Linksammlung vorzufinden. Ein weiterer Kritikpunkt ist die nicht funktionierende Druckfunktion.(2.12.2007)

M4/M6

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